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Brenner-Basistunnel: Baufortschritt im Zeitplan

April 2020

Tunnel-Baustelle in Mauls (Italien)
Foto: BBT SE

Das größte Infrastrukturprojekt Europas und gleichzeitig die weltweit längste unterirdische Eisenbahnverbindung liegt im Zeitplan: 115 Kilometer und somit 50 Prozent des gigantischen Projekts sind ausgeörtert. Am Baufortschritt des Brenner-Basistunnels arbeiten rund 1.900 Beschäftige in Österreich und Italien.

Bislang wurden rund 115 Kilometer Tunnel mit 34 Kilometern Eisenbahntunnel, 43 Kilometern Erkundungsstollen und 38 Kilometern sonstiger Tunnelbauwerke wie Nothaltestellen, Logistik- und Zufahrtstunnel ausgebrochen. An den vier Baulosen Tulfes-Pfons, Pfons-Brenner, Mauls und Eisackunterquerung beträgt der wöchentliche Vortrieb im Schnitt circa 500 Meter – sowohl maschinell als auch konventionell. Drei Tunnelbohrmaschinen sind im Einsatz; elf Vortriebe laufen gleichzeitig. Wenn die Arbeiten am Baulos Sillschlucht bei Innsbruck demnächst beginnen, steigt die Zahl der Vortriebe weiter. Der Brenner-Basistunnel verbindet künftig Nord- mit Südeuropa als Herzstück des längsten Kernnetzkorridors, den die EU mit dem Transeuropäischen Verkehrsnetz (TEN) festgelegt hat. Zwischen 40 und 50 Prozent dieses Jahrhundertbauwerks werden von der EU mitfinanziert, gilt es doch als wichtigste Maßnahme, stetig steigendem Verkehrsaufkommen über den Brennerpass entgegenzuwirken. Im Vorjahr überquerten dort 2,4 Millionen Lkws die Alpen, mehr, als die vier Schweizer und die zwei französischen Alpenpässe im selben Zeitraum zusammen verzeichneten.

Beitrag zum Klimaschutz

Im Jahr 2028 soll der Brenner-Basistunnel den Betrieb aufnehmen und mit einer signifikanten Fahrzeitverkürzung von fast 70 Prozent eine neue Ära der Mobilität im Brennerkorridor einläuten. Zudem gilt der Tunnel als eines der wichtigsten Umweltschutzprojekte Europas, da ohne Verkehrsverlagerung auf die Schiene die Klimaziele nicht erreicht werden können: Eine Tonne Güter auf der Schiene verursacht 21 Mal weniger CO2 als deren Transport auf der Straße. Der Bau des Brenner-Basistunnels amortisiert sich hinsichtlich der entstandenen Emissionen nach rund 18 Betriebsjahren – bei einer Projektlebensdauer von circa 200 Jahren. Den Bau begleiten darüber hinaus zahlreiche ökologische Ausgleichsmaßnahmen.

Besonderheit: der Erkundungsstollen

Eine Besonderheit des Brenner- Basistunnels ist dessen dritte Tunnelröhre, der sogenannte Erkundungsstollen. Dieser dient primär der geologischen Vorerkundung, um den Vortrieb reibungsloser zu gestalten. Je zur Hälfte wird mittels Sprengung beziehungsweise Tunnelbohrmaschine gearbeitet. Der Erkundungsstollen spart Zeit und Geld: als Service- und Logistiktunnel während der Bauphase sowie als Wartungs- und Drainagetunnel im Betrieb.