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Mit dem Nightjet in die Zukunft

Juli 2022

Mit dem Nightjet in die Zukunft
Die neue Schlafwagengeneration des Nightjet. Foto: ÖBB/Siemens Mobility

Umweltbewusstsein, Abenteuerlust oder Arbeitsmeeting – eine Reise mit dem Nachtzug hat viele Gründe. Um die große Nachfrage zu beantworten, bauen die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) ihre Flotte aus und setzen auf mehr Komfort und Privatsphäre.

Durch die Dunkelheit gleiten, gemütlich in den Schlaf geschaukelt werden und in einer anderen Stadt ankommen, Frühstück am Bett inklusive. Nachtzugreisen liegen im Trend, die ÖBB haben das rechtzeitig erkannt. Seit 2016 wird massiv ausgebaut – heute sind sie Europas größter Anbieter von Nachtreisezügen mit derzeit 20 Nachtverbindungen. Hinzu kommen neun Verbindungen mit Partnerbahnen – in den nächsten Jahren sollen es 26 in Eigenregie sein.

Über Nacht in eine andere Stadt

Rechtzeitig zum Reisesommer heißt es unter dem Motto „Dream now. Enjoy tomorrow“ freie Fahrt für alle internationalen Nightjets. Destinationen wie Venedig, Rom, Zürich, Hamburg, Berlin und Amsterdam und die neue Verbindung nach Paris erfreuen sich großer Beliebtheit. Dreizehn europäische Großstädte werden innerhalb der nächsten zwei Jahre durch neue Nachtzüge erreichbar sein. Die Verantwortlichen von ÖBB, der Deutschen Bahn, den Schweizerischen Bundesbahnen und der französischen SNCF unterzeichneten dazu eine gemeinsame Erklärung. Sie ist ein Teil des Konzepts „Trans-Europ-Express TEE 2.0“, das alte Bahnverbindungen zwischen den Metropolen wiederbeleben soll.

Weniger CO2, mehr Komfort

Die Bewahrung der natürlichen Ressourcen ist eines der erklärten Ziele: Indem sie Langstreckenflüge oder lange Autofahrten ersetzen, sind Nachtzüge eine umweltfreundliche Wahl. Im Vergleich verursachen sie nur einen Bruchteil des CO2-Ausstoßes. 100 Prozent des Bahnstromes in Österreich stammen aus erneuerbaren Energieträgern, fast gänzlich aus Wasserkraft. Nachtzüge sind beliebt. Sie sparen Kosten für Übernachtungen im Hotel – Exklusivität inbegriffen.

Die Zukunft der Mobilität

Nicht nur die Destinationen, auch der Nightjet selbst wird immer attraktiver. Die ÖBB haben 20 weitere siebenteilige Nachtzüge bei Siemens Mobility für den Ausbau der Nightjetflotte bestellt, bis 2025 werden insgesamt 33 Nightjets der neuen Generation auf der Schiene sein. Die neuen, hochmodernen Garnituren kommen nächstes Jahr zum Einsatz, im ersten Schritt vor allem auf den Verbindungen von Österreich und Deutschland nach Italien. Die Züge bestehen aus zwei Sitzwagen, drei Liegewagen und zwei Schlafwagen. Sie verbinden modernes Design mit viel Komfort. Das Liegewagenkonzept bietet in zusätzlichen Mini Cabins mehr Privatsphäre für Alleinreisende. Im Schlafwagen wird das Übernachten noch bequemer, denn zukünftig verfügen die Standard- und Deluxe-Abteile über eine eigene Toilette sowie eine Duschmöglichkeit. Neu an Bord ist das kostenfreie WLAN, das im Fernverkehr bisher auf die Railjets beschränkt war. Auch das barrierefreie Reisen über Nacht wird noch leichter. Jeder Nightjet wird mit einem Multifunktionswagen unterwegs sein, der über einen Niederflureinstieg verfügt und in dem sich ein barrierefreies Liegewagenabteil samt WC befinden. Fazit der ÖBB: „Die Renaissance der Nachtzüge hat dank der rot-weiß-roten Vorreiterrolle bereits begonnen – und wird die Zukunft des Reisens neu definieren.“