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InnoTrans Blog

Neues Schienenbearbeitungssystem von ROBEL

Dezember 2021

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ROMILL Schienenbearbeitungssystem mit Fräs-, Schleif- und Messeinheit Foto: ROBEL Baumaschinen GmbH

Präzises Fräsen eliminiert Schienenfehler frühzeitig und vermeidet damit kosten- und zeitintensive Schienenwechsel. Die Firma ROBEL Baumaschinen GmbH aus dem bayerischen Freilassing bringt in Zusammenarbeit mit Schweerbau International (SBI) nun die erste Fräsmaschine aus einer neuen Produktlinie zur Schienenbearbeitung auf den Markt: ROMILL System. Dieses System führt die Reprofilierung mit kalkuliertem Materialabtrag in nur einer Überfahrt durch, ohne Funkenflug, umweltbelastende Rückstände und in normgerechter Oberflächenqualität. Gleichzeitig steigt die Prozessgeschwindigkeit und somit Netzverfügbarkeit: Der Zugverbund ist schnell auf der Baustelle, arbeitet mit maximalem Output und ist nach automatisierter Unterstützung bei der Wartung direkt im System wieder für den nächsten Einsatz verfügbar.

Kein Werkzeugwechsel erforderlich

Kernstück des neuen Fahrzeugkonzeptes ist die SBI-High-Speed-Milling-Technologie. Im Unterschied zum herkömmlichen Fräsverfahren kommt ein Messerkopf mit großem Durchmesser und spezieller, stehender Anordnung der Wendeschneidplatten zum Einsatz. Die so erzielte größere Anzahl der Platten erhöht deren Standweg signifikant, wodurch der zeitaufwändige Werkzeugwechsel während der Schicht entfällt. Darüber hinaus können pro Schneidplatte bis zu acht Schneidkanten verwendet werden, bevor die gesamte Platte ausgewechselt werden muss. Der Messerkopf ist in multiple Segmente unterteilt. Für einen Wechsel der Wendescheidplatten wird also nur das Segment und nicht mehr der gesamte Messerkopf getauscht. Zusätzlich erfolgen Platten- und Segmentwechsel mit Roboterunterstützung im Inneren der Maschine und das Gleis muss nicht betreten werden. Die Teilautomatisierung erhöht die Sicherheit, Ergonomie und Qualität des Wechselprozesses signifikant: Das Hantieren mit schweren Lasten entfällt gänzlich, die Notwendigkeit einer externen Werkstatt oder eines Werkstattcontainers wird eliminiert und die Flexibilität des Fräszuges bezüglich des Einsatzortes deutlich erweitert. Die neuartige Frästechnologie erlaubt zudem erstmals ein von der Gleislage unabhängiges Bearbeiten der Schienen. Der Werkstattbereich befindet sich im ersten Teil des Fahrzeuges. Im zweiten Teil der Maschine sind unter anderem der Spänebunker und die Poliereinheit untergebracht. Die kombinierte Fräs- und Finishing-Technologie erzeugt eine Oberfläche mit geringster Rauheit, die sämtliche Normen bezüglich Oberflächenwelligkeit und Lärmentwicklung erfüllt. Im System integrierte Messtechnik von Vogel & Plötscher erfasst Quer- und Längsprofil und liefert so den Qualitätsnachweis, um einen definierten und dokumentierten Schienenzustand bereitzustellen: die Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung einer präventiven Instandhaltungsstrategie. Das erste Robel Schienenbearbeitungssystem ist bereits in Japan im Testbetrieb und wird Ende 2021 die Arbeit aufnehmen. ROMILL 2 und 3 kommen im zweiten Halbjahr 2021 zur Auslieferung.