48 Stunden für die zündende Idee
Beim internationalen InnoTrans-Hackathon „AI on Track“ rangen sechs Teams zwei Tage lang um die beste Lösung für reale Probleme aus dem Bahnalltag.

Die Siegerteams des InnoTrans-Hackathons „AI on Track“ wurden für ihre Konzepte zu KI-Anwendungen für den Bahnsektor ausgezeichnet. Foto: Messe Berlin
Wenn das nicht Win-win ist: Drei große Bahnhersteller – Alstom, Wabtec und Siemens Mobility – sponserten den InnoTrans-Hackathon 2026 und stellten im Gegenzug jeweils eine Challenge zu einem Problem, für das sie sich neue Ideen wünschten.
Für jede Challenge wurden zwei Teams aus Entwickler aus aller Welt zusammengestellt, die sich zuvor nicht kannten. Sie hatten 48 Stunden Zeit, um ein MVP (Minimum Viable Product) zu entwickeln, zu programmieren und am Schlusstag der InnoTrans zu pitchen.
„Die Premiere von ‚AI on Track‘ hat gezeigt, welches Potenzial entsteht, wenn wir Technologieexperten und Bahnbranche unmittelbar zusammenbringen“, sagt Dr. Kerstin Schulz, Direktorin der InnoTrans. „Die Teams haben innerhalb weniger Tage aus konkreten Herausforderungen neue Lösungsansätze entwickelt.“ Vielleicht seien die Ergebnisse schon auf der nächsten InnoTrans in zwei Jahren zu sehen.
Entwürfe für eine KI-gestützte Bordklimatisierung
Für Team 1 der Wabtec-Challenge könnte das tatsächlich wahr werden. Die Aufgabe bestand darin, eine KI-gestützte Steuerung der Bordklimatisierung zu entwickeln, die den Fahrgästen ein optimales Raumklima bietet und zugleich Energie spart.
Beide Teams stellten Entwürfe vor, die Wetterdaten und Passagierprognosen nutzten, um die Raumtemperatur jederzeit auf einem angenehmen Niveau für die Fahrgäste zu halten. Beide hätten einen tollen Job gemacht, lobte die Jury. Ausschlaggebend sei am Ende gewesen, dass der Entwurf „ATMOS“ beim Kriterium „Machbarkeit“ die Nase vorn hatte: „Darauf können wir wirklich aufsetzen.“
Tatsächlich tat sich die fünfköpfige Jury mit Expert aus den Bereichen AI und Mobility bei keiner ihrer Entscheidungen leicht. Es war jeweils ein enges Rennen.
Für Alstom sollten die Teams einen KI-Assistenten entwickeln, der dabei hilft, den Betrieb des Berliner U-Bahn-Netzes zu optimieren. Aus der Auswertung von Daten zu plötzlichen Störungen, Schäden oder auch Großevents sollte die KI konkrete Handlungsempfehlungen für die Betreiber liefern. Prämiert wurde der Entwurf „NextMove“.
Intelligente Ideen für die Ticketbuchung
Siemens wiederum wünschte sich ein Redesign seines Buchungsportals mit dem Ziel, Kund bei Reiseplanung, Ticketing und Erstattungen intelligent und schnell durch den Buchungsprozess zu führen. Es gewann das Konzept „Trackline“.
Die sechs Teams präsentierten ihre Ergebnisse in jeweils fünfminütigen Pitches. Die Jury bewertete sie anhand von sechs Kriterien, darunter Innovationskraft, Machbarkeit und praktischer Nutzen der Lösungen.
Während der Entwicklungsphase standen den Teams 14 Mentor aus den Bereichen Datenwissenschaft (Data Science), Datentechnik (Data Engineering), Governance und Cybersicherheit zur Seite. Die Siegerteams nahmen jeweils 5.000 Euro mit nach Hause.

Teilnehmende des InnoTrans-Hackathons „AI on Track“ präsentierten ihre Lösungen für KI-gestützte Anwendungen im Bahnsektor im AI Mobility Corner. Foto: Messe Berlin