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19-22 SEP 2028
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Kollege KI im Tunnelbau

Auf dem International Tunnel Forum der STUVA sprachen Experten über Digitalisierung und KI im Tunnelbau – von der Planung bis zur Ausführung.

Mehrere Referenten sitzen auf einer Bühne vor einer großen Präsentationsfolie zum Thema Digitalisierung und Künstliche Intelligenz im Tunnelbau und Tunnelbetrieb.

Experten diskutierten auf dem International Tunnel Forum der STUVA über Digitalisierung und Künstliche Intelligenz im Tunnelbau und Tunnelbetrieb. Foto: Messe Berlin

„Digital bauen“ lautet das Motto der Schüßler-Plan Digital aus Düsseldorf. Die Digitalsparte der Ingenieurgesellschaft arbeitet an der Schnittstelle von Bauwirtschaft und moderner IT. Auf dem International Tunnel Forum der STUVA (Studiengesellschaft für unterirdische Verkehrsanlagen) erklärte ihr geschäftsführender Gesellschafter, Dr.-Ing. Andreas Bach, wie Digitalisierung und KI die Branche voranbringen.

Ein Beispiel seien Daten aus der Cloud oder dem BIM (Building Information Modeling), die sich mithilfe von KI strukturieren ließen. Sie helfe dabei, Bilder und Diagramme auszuwerten sowie Protokolle zu generieren und zusammenzufassen. Auch beim firmeninternen Wissensmanagement könne KI unterstützen. Komplexe Software lasse sich zudem per Sprachbefehl über eine Chatfunktion steuern.

Sicherheit und schnellere Entscheidungen

Dr.-Ing. Frank Abel, Bereichsleiter Österreich und UK sowie Leiter Tunnelbau bei der Hochtief Infrastructure AG in Essen, sprach über Praxis und Perspektiven digitaler Bauprozesse im Tunnelbau. Auch wenn die Baubranche laut einer McKinsey-Studie zu den am wenigsten digitalisierten Branchen zähle, hätten sich bereits einige Prozesse etabliert – etwa Laserscans zur Dokumentation von Projekten.

Von der KI erhofft er sich unter anderem Fortschritte bei der Arbeitssicherheit. Die immersive Plattform TOUGH Training eigne sich für Schulungen und reduziere die Gefahr von Unfällen. Mit Digital Twins ließen sich Bauprojekte in die reale Umgebung versetzen, was Entscheidungen vereinfache. Die KI-gestützte Auswertung von Protokollen helfe zudem beim Erkennen von Anomalien und ermögliche ein frühes Gegensteuern.

Künftigen Herausforderungen könne die Branche laut Frank Abel dank KI besser begegnen, wenn sich alle Beteiligten einbrächten. Die Entwicklung habe gerade erst begonnen.

Ordnung im Tunnel

Beeindruckende Videos von Tunnelbaumaschinen brachte Prof. Dr.-Ing. Gerhard Wehrmeyer mit, Leiter Produktmanagement Traffic Tunnelling bei der Herrenknecht AG in Schwanau. Schon heute würden viele Aufgaben bei der Produktion von Tübbingen – Betonteilen zur Versteifung der Tunnelröhre – von Robotern übernommen. Auch ihr Transfer erfolge teilweise autonom.

In einem von der STUVA geförderten Projekt werde aktuell die Materialanalyse von Abbruchmaterial mithilfe von KI getestet, was das Recycling erleichtern könne.

Einen Einblick in den Bau des Semmering-Basistunnels gab Clemens Oberschmied, Product Owner Digital Engineering bei Rhomberg Sersa Bahntechnik aus dem österreichischen Bregenz. Über eine Web-App melden die rund 20 Nachunternehmen ihre Arbeiten tagesaktuell an. Auch ihre Lieferungen können sie digital verfolgen. Damit wird das Unternehmen seiner Philosophie gerecht: Digitalisierung schafft Effizienz.

Einig waren sich alle Redner, dass ein kritischer Blick auf die Ergebnisse von KI-Systemen beibehalten werden müsse. Mitarbeitende sollten bei der rasanten Entwicklung mitgenommen und in ihrer Produktivität unterstützt werden.

Ein Referent präsentiert eine Folie zu Anwendungsfeldern von Künstlicher Intelligenz, während weitere Fachleute auf dem Podium sitzen und das Publikum zuhört.

Dr.-Ing. Andreas Bach von Schüßler-Plan Digital erläuterte auf dem International Tunnel Forum der STUVA, wie KI und digitale Prozesse den Tunnelbau unterstützen können. Foto: Messe Berlin

Innovation, Technologie, Mobilitätssektor, Öffentlicher Verkehr, Digitalisierung
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