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Messe Berlin
InnoTrans Berlin
19-22 SEP 2028
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„Wir wollen keine Hilfe. Wir wollen Partner.“

Afrika will sein Schienennetz ausbauen und den Kontinent stärker verknüpfen. Die EU könnte dabei ein starker Partner sein – auf Augenhöhe und langfristig.

Agostinho Francisco Langa Júnior spricht an einem Rednerpult vor einem großen Publikum.

Agostinho Francisco Langa Júnior, Präsident des Verwaltungsrats von Mozambique Ports and Railways (CFM), sprach beim African European Industry Dialogue on Railways über den Maputo-Ressano-Garcia Railway Corridor. Foto: Messe Berlin

Afrika ist siebenmal so groß wie Europa. Sein Schienennetz macht bislang jedoch nur acht bis zehn Prozent des weltweiten Bahnnetzes aus, wie Mike Salawou, Direktor für Infrastruktur und urbane Entwicklung bei der Afrikanischen Entwicklungsbank, auf der InnoTrans 2026 sagte.

Der Kontinent müsse einen Standard für Interoperabilität entwickeln und dafür die Afrikanische Union zusammenbringen. Bislang sei der Bahnsektor auf dem afrikanischen Kontinent stark fragmentiert und teuer, wodurch auch für Gütertransporte hohe Kosten entstünden. Das seien Herausforderungen – oder auch sehr viele Chancen, so Salawou.

Hoher Andrang beim African European Industry Dialogue on Railways

Genau deshalb war der „African European Industry Dialogue on Railways“ auf der InnoTrans 2026 auch äußerst gut besucht. Afrika hat sich zum Ziel gesetzt, den Kontinent mit einem dichten Bahnnetz zu verbinden, und Europa hat ein starkes Interesse daran, sich zu beteiligen.

Die deutsche Bahnindustrie wünsche sich eine engere Partnerschaft mit Afrika, sagte Sarah Stark, Hauptgeschäftsführerin des Verbands der Bahnindustrie. Dafür habe sie viel zu bieten: innovative Unternehmen, die maßgeschneiderte Lösungen für die Gegebenheiten vor Ort entwickeln können.

Auch die EU nutzte das Forum, um für eine engere Zusammenarbeit zu werben: „Wir wollen zusammenarbeiten, Europäer und Afrikaner, und schauen, welche Investments nötig sind, um die Infrastrukturlücke zu schließen“, erklärte Sergio Oliete Josa, Leiter Nachhaltiger Transport und Stadtentwicklung in der Generaldirektion Internationale Partnerschaften der Europäischen Kommission.

Von Afrikanern gebaut, mit europäischen Standards kompatibel

Dabei sollten die Europäer allerdings eines verstehen, mahnte Mesela Nhlapo, Geschäftsführerin des Verbands der Afrikanischen Bahnindustrie: „So sehr Europa die Partnerschaft mit Afrika anstrebt: Sie stehen im Wettbewerb mit anderen Ländern in der Welt.“

Afrika benötige eine Infrastruktur, die sich kreuz und quer durch den Kontinent ziehe, von Afrikanern gebaut werde und mit europäischen Standards kompatibel sei.

Gemeinsame Projekte seien willkommen – wenn im Geist einer Partnerschaft zusammengearbeitet werde: „Wir wollen keine Hilfe. Wir wollen keine Unterstützung. Wir wollen Partner“, sagte Nhlapo. Ziel müsse es sein, dass afrikanische Produktionskapazitäten künftig den gesamten Bahn-Lebenszyklus abdeckten – von der Entwicklung eigener Lösungen bis zu ihrem Betrieb.

Ähnliches forderte Dr. Frederick Appoh, Vorstandschef der Entwicklungsbehörde der Eisenbahn in Ghana. Was Afrika benötige, seien langfristig angelegte Partnerschaften. Das Konzept, dass ausländische Firmen mit ihrem Wissen und ihren Maschinen anrücken, Infrastruktur aufbauen und anschließend alles wieder zusammenpacken und verschwinden, sei überholt.

„Wie sollen wir da, bitte schön, mit der Instandhaltung klarkommen?“, fragte Appoh. „Wir brauchen Partner, die wirklich mit uns arbeiten.“ Partner, die zuhören und sich auf einen Wissenstransfer einlassen.

Innovation, Technologie, Mobilitätssektor
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