Veranstalter:
Messe Berlin
InnoTrans Berlin
19-22 SEP 2028
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“Seid mutig. Seid resilient. Bildet Partnerschaften”

Frauen sind im Verkehrssektor weiter unterrepräsentiert. Beim Women-in-Mobility-Luncheon auf der InnoTrans 2026 kamen rund 400 Frauen zusammen. Zudem verlieh die EU vier Women in Rail Awards.

Mehrere Teilnehmende stehen für ein Gruppenfoto vor einem Alstom-Ausstellungsdisplay in einem Konferenz- und Networking-Bereich.

Teilnehmerinnen und Vertreter:innen der Bahnbranche kamen beim Women in Mobility Luncheon auf der InnoTrans zum Austausch über Vielfalt, Chancengleichheit und Karrierewege im Verkehrssektor zusammen. Foto: Messe Berlin

Vor zehn Jahren traf sich das Netzwerk Women in Mobility (WiM) erstmals auf der InnoTrans – damals mit gerade einmal 40 Teilnehmerinnen. 2026 waren es zehnmal so viele: Rund 400 Frauen aus der Branche nutzten das Luncheon zum Austausch auf der weltgrößten Messe für Verkehrstechnik. Die wachsende Beteiligung zeigt, dass das Thema Geschlechtergerechtigkeit im Verkehrssektor an Sichtbarkeit gewinnt. Von Geschlechterparität ist die Branche allerdings noch weit entfernt.

Nur 22 Prozent der Beschäftigten im Transportwesen seien weiblich, im Bahnsektor 23 Prozent und unter den Triebfahrzeugführenden sogar nur drei Prozent, berichtete Magda Kopczyńska, Generaldirektorin Mobilität und Verkehr der Europäischen Kommission, in ihrer Keynote. Traditionell werde die Branche als technisch, schwierig und mitunter sogar als langweilig wahrgenommen. Gerade bei jüngeren Frauen verändere sich dieses Bild jedoch.

„Wir brauchen hier eine Balance“, sagte Kopczyńska. Die Gesellschaft bestehe zu gleichen Teilen aus Männern und Frauen. Ein Verkehrssektor, der gut funktionieren, resilient und zukunftsfähig sein wolle, brauche deshalb auch die Ideen und Perspektiven jener Bevölkerungsgruppe, die bislang unterrepräsentiert sei.

Den gesamten Talentpool nutzen

Oana Gherghinescu, Geschäftsführerin der Eisenbahnagentur der Europäischen Union (ERA), brachte es mit einem Bild auf den Punkt: Warum sollte sich eine Branche freiwillig dem Wettbewerb stellen, während sie „eine Hand auf dem Rücken gebunden“ habe? Die Bahnindustrie habe bislang einen großen Teil ihres Talentpools nicht ausreichend genutzt und sich damit selbst Möglichkeiten genommen.

Elisabeth Böhm gehört zu den Frauen, die ihr gesamtes Berufsleben in technisch geprägten Branchen verbracht haben: zunächst beim Aufzughersteller Otis, heute als Vice President HR für Zentral- und Nordeuropa beim Bahnhersteller Alstom. Frauen, die sich in einer männlich geprägten Branche behaupten wollen, gab sie drei Empfehlungen mit auf den Weg: „Seid mutig. Seid resilient. Bildet Partnerschaften.“

Mut bedeute, die eigene Komfortzone zu verlassen und Chancen zu ergreifen, wenn sie sich bieten. Resilienz heiße auch, Geduld zu haben und auf den richtigen Zeitpunkt für den nächsten Schritt zu warten. Ebenso wichtig seien starke Netzwerke und Partnerschaften.

„Öffnen Sie anderen Frauen die Türen“, appellierte Böhm an die Teilnehmerinnen. Frauen müssten Allianzen bilden. Denn bei Mobilität gehe es nicht nur darum, Menschen von einem Ort zum anderen zu bringen, sondern auch darum, ihre berufliche Entwicklung zu fördern.

Women in Rail Awards für Innovation und Inklusion

Neben Netzwerken und individueller Förderung braucht es auch strukturelle Initiativen, um mehr Frauen für die Bahnbranche zu gewinnen und ihre Sichtbarkeit zu erhöhen. Dazu zählen die Women in Rail Awards der Europäischen Kommission. Sie zeichnen Akteurinnen und Unternehmen aus, die sich unter anderem für Gender Equality, Innovation, Nachwuchsförderung oder Verbesserungen im Bahnbetrieb einsetzen.

Beim WiM-Luncheon wurden vier Awards vergeben: an das Schienenlogistikunternehmen Captrain für Women Empowerment and Leadership, an die Verkehrsforscherin Cecília Vale von der Universität Porto im Bereich Research & Innovation in Railway, an Suzanne Flynn, Leiterin Talentförderung bei Irish Rail, für Next Generation in Rail sowie an Réka Németh, Infrastrukturchefin der ungarischen Staatsbahnen MÁV, für Women in Rail Operations.

Teilnehmende unterhalten sich an Stehtischen während einer Networking-Veranstaltung in einem hellen Konferenzbereich.

Rund 400 Frauen aus der Mobilitätsbranche nutzten das Women in Mobility Luncheon auf der InnoTrans für Networking und den fachlichen Austausch. Foto: Messe Berlin

Innovation, Technologie, Mobilitätssektor, Öffentlicher Verkehr, Digitalisierung
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