Highlights auf Schienen: die Zukunft der Mobilität zum Anfassen
Batteriezüge, Lokomotiven, Baumaschinen und E-Busse: Mit 111 Fahrzeugen feiert die InnoTrans 2026 die Zukunft der Mobilität

Plasser & Theurer präsentiert unter anderem auf der InnoTrans den UnimatExpress 2X-4x4 Dynamic. Foto: Plasser & Theurer GmbH
Batteriezüge, leistungsstarke Lokomotiven, vielseitige Baumaschinen und E-Busse: Mit mehr als 110 Fahrzeugen präsentieren die Aussteller auf der InnoTrans 2026 die ganze Vielfalt der Branche. Die große Anzahl an Nachtzugkonzepten verdeutlicht einen Trend.
Ob Hochgeschwindigkeitszug, Güterwagen oder Nachtzug der nächsten Generation: Das Freigelände ist seit vielen Jahren eines der berühmtesten Markenzeichen der InnoTrans. Während in den 42 Hallen Branchenriesen wie Knorr-Bremse oder Voith Turbo wegweisende Technologien wie die Digitale Automatische Kupplung oder Multi-System-Lösungen für vernetzte Fahrzeug- und Infrastruktur-Projekte sowie hochpräzise Bremssysteme präsentieren, gibt es auf dem Gleisgelände die Zukunft der Mobilität zum Anfassen.
Die „Harfe“ genannte Ausstellungsfläche umfasst elf Gleise, die sich auf insgesamt 3.500 Meter Gleislänge summieren. Auch 2026 wird dieser Bereich wieder zu den größten Besuchermagneten der InnoTrans zählen. Allein die Zahlen sind beeindruckend: 130 Aussteller aus 17 Ländern präsentieren vom 22.-25. September insgesamt 111 Fahrzeuge auf dem Gleisgelände, dazu kommen zwei Busse, die im Sommergarten platziert sind. Auffällig: In diesem Jahr präsentieren sich auf dem Gleisgelände 30 Unternehmen, die erstmals an der InnoTrans teilnehmen.
Premiere für CAF, modulare Lokomotive von Siemens Mobility
Der spanische Aussteller CAF (Construcciones y Auxiliar de Ferrocarriles, S.A.) gehört schon seit vielen Jahren zum „Inventar“ der Leitmesse für Verkehrstechnik. In diesem Jahr stellen sie mit dem Civity BEMU erstmals ein eigenes Fahrzeug vor. Der Batterietriebzug wird im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr zum Einsatz kommen und spiegelt einen Trend wider, der sich seit Jahren bei der InnoTrans abzeichnet: den Fokus auf alternative Antriebe.
Mit der Vectron X stellt Siemens Mobility die jüngste Generation seiner erfolgreichen Lokomotivplattform in den Mittelpunkt seines InnoTrans-Auftritts. Die neue Mehrsystemlokomotive wurde konsequent auf die Anforderungen eines zunehmend digitalisierten und internationalen Schienenverkehrs ausgelegt. Ein modularer Fahrzeugaufbau, eine optimierte Energieeffizienz sowie eine durchgängig digitale Architektur sollen den Betreibern mehr Flexibilität über den gesamten Lebenszyklus bieten – von der Instandhaltung bis zu künftigen Software-Updates.
Im Bereich der alternativen Antriebe präsentiert Stadler den weltweit ersten Wasserstoffzug für Schmalspurstrecken. Im Vergleich zu Diesel sparen zehn Wasserstofffahrzeuge jährlich über 2.100 Tonnen CO2 ein. Neben ihrer Nachhaltigkeit zeichnen sich die Züge auch durch hohen Fahrgastkomfort und ein innovatives Antriebssystem aus. Bereits drei italienische Regionen setzen auf das Antriebssystem mit Wasserstoff-Brennstoffzellen. Der französische Hersteller ALSTOM wird mit insgesamt drei Fahrzeugen auf der InnoTrans vertreten sein.
Hitachi zeigt unter anderem den ETR1000 New Generation, einen Hochgeschwindigkeitszug der Spitzenklasse, der sich durch hohe Leistungsfähigkeit, Komfort und Energieeffizienz auszeichnet. Der Zug wurde in Italien entwickelt und wird in den Hitachi-Rail-Werken in Neapel und Pistoia gefertigt. Er steht für herausragende, vollständig integrierte Entwicklungs- und Fertigungskompetenz. Genau wie Hitachi wird auch der südkoreanische Branchenriese Hyundai Rotem einen Hochgeschwindigkeitszug ausstellen. Dieser wird, ebenso wie die Fahrzeuge des chinesischen Ausstellers CRRC, per Schiff via Rotterdam bzw. Bremerhaven nach Berlin geliefert.
Der BallastMaster 410 und der UnimatExpress 2X-4x4 Dynamic von Plasser & Theurer haben es nicht so weit – sie kommen aus Österreich. Während der BallastMaster 410 das Schotterbett nach Stopf- und Gleisbauarbeiten profiliert und damit die Grundlage für eine stabile Gleislage schafft, übernimmt die UnimatExpress 2X-4x4 Dynamic die kontinuierliche Zweischwellen-Stopfung. Das Zusammenspiel aus Digitalisierung, hoher Leistungsfähigkeit und wirtschaftlichem Ressourceneinsatz verdeutlicht den Wandel der Gleisinstandhaltung: weg von einzelnen Arbeitsschritten hin zu integrierten, effizienten Systemlösungen für ein leistungsfähiges und zuverlässiges Schienennetz.
Nachtzug-Konzepte stellen Fahrkomfort in den Mittelpunkt
Eines der auffälligsten Themen auf dem Freigelände sind neue Nachtzugkonzepte. Nachdem der Nachtzug in Europa lange als Nischenprodukt galt, erlebt er seit einigen Jahren eine bemerkenswerte Renaissance. Klimaschutz, steigende Nachfrage nach nachhaltigen Reisemöglichkeiten und der Wunsch nach komfortablen grenzüberschreitenden Verbindungen haben eine neue Generation von Konzepten hervorgebracht, die auf der InnoTrans 2026 erstmals einem internationalen Fachpublikum vorgestellt werden.
Ein besonders innovativer Ansatz stammt von Nox Mobility. Das Unternehmen präsentiert mit seinem Prototyp "Dreamviewer" – der endgültige Produktname steht noch aus – ein vollständig neu gedachtes Nachtzugkonzept. Statt klassischer Liegewagen setzt Nox ausschließlich auf private Zimmer für eine oder zwei Personen.
Einen anderen Weg verfolgt die Luna Rail GmbH mit ihrem Luna Rail Lab. Das Unternehmen entwickelt ein zweigeschossiges Innenraumkonzept, das Sitz- und Liegebereiche mit privaten Kabinen kombiniert. Die intelligente Nutzung des Fahrzeugquerschnitts soll mehr Komfort ermöglichen, ohne die Kapazität zu reduzieren. Auch hier stehen flexible Raumkonzepte und ein neues Reiseerlebnis im Fokus.
Ergänzt werden diese Visionen durch das Forschungsprojekt ALISA (Angebotsdifferenziertes, leichtes und innovatives Schlafwagenkonzept). Das Gemeinschaftsprojekt der Tricon AG mit Partnern wie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE), DLR, Satek und GETA Interieur zeigt auf der InnoTrans mehrere begehbare Mock-ups in einem Ausstellungszelt vor dem Südeingang (siehe dazu auch das Interview auf Seite 3).
Leistungsstarker Elektro-Bus der DB im Sommergarten
Mit dem MAN Lion's City 12 E, den die Deutsche Bahn auf dem Freigelände im Sommergarten präsentiert, rückt die Elektrifizierung des öffentlichen Nahverkehrs in den Mittelpunkt. Der vollelektrische Solo-Stadtbus vereint lokal emissionsfreien Antrieb mit hoher Energieeffizienz und einem modernen Fahrgastkonzept. Dank leistungsstarker Batterietechnologie eignet sich das 12,20 Meter lange Fahrzeug für den täglichen Einsatz in urbanen Netzen.
So unterschiedlich die Fahrzeuge auf der InnoTrans 2026 auch sein mögen – sie alle weisen den Weg in die Zukunft der Mobilität.

Die Lokomotive Vectron von Siemens Mobility. Foto: Siemens AG

Stadlers erste Schmalspurbahn mit Wasserstoffantrieb. Foto: Stadler Rail AG