Schienen für den Staudamm von Campolattaro
Nach über 30 Jahren Stillstand steht der Staudamm von Campolattaro kurz vor dem Durchbruch. Valente S.p.A., Spezialist für Tunnel und Schienen, ist an der Infrastruktur beteiligt.

Montage und Endprüfung im Werk / Foto: Valente S.p.A.
Bei dem Staudamm von Campolattaro handelt es sich um das größte unvollendete Wasserbauprojekt Süditaliens. 32 Jahre lang blieb der Staudamm in der Provinz Benevento ungenutzt. Was fehlte, war der Tunnel, durch den 150 Millionen Kubikmeter Wasser – ebenfalls ungenutzt – vom Stausee zum Wasseraufbereitungswerk und zum Wasserkraftwerk unterhalb der Stauanlage transportiert werden sollten. Die damalige Regierung unter Ministerpräsident Mario Draghi setzte einen Kommissar ein, um das Projekt zu vollenden: Die Baustelle wurde im September 2025 eröffnet und in die Liste der zehn strategischen Bauvorhaben aufgenommen, die mit dem NRRP (Nationaler Wiederaufbau- und Resilienzplan) verbunden sind.
An der Infrastruktur ist auch Valente S.p.A. beteiligt, eines der führenden italienischer Unternehmen im Bereich Tunnelbau, Schienenhandling sowie der Verteilung von Schienen und zugehörigen Befestigungssystemen, oft auch für Anwendungen außerhalb der Bahnindustrie. Die Schienen und Produkte von Valente kommen weltweit in Tunneln, Bergwerken, Baustellen und Häfen zum Einsatz. Für Campolattaro erhielt das in Mailand ansässige Unternehmen einen Auftrag für Schienen, Schwellen und Befestigungssysteme für das Gleis, auf dem die Bauzüge im Tunnel verkehren. Außerdem liefert Valente das Weichensystem für das Rangierfeld am Tunneleingang sowie Halterungen für Kabel und Rohre im Tunnel. Ein Auftrag im Wert von 1,3 Millionen Euro für das 1919 gegründete, mittlerweile über hundertjährige Unternehmen, das kontinuierlich gewachsen ist: Bis Ende des Jahres erwartet Valente einen Umsatz von rund 15 Millionen Euro.
„Kaum jemand fragt, welche Arbeiten hinter dem Bau einer großen Infrastruktur stecken“, bemerkt Alberto Menoncello, Präsident und Geschäftsführer von Valente S.p.A. „Auf einer großen Baustelle braucht es Schienen und Weichen, um Personal und verschiedene Maschinen zu bewegen. In Campolattaro wird die Tunnelbohrmaschine (TBM) einen Tunnel mit großem Durchmesser vorantreiben, wobei enorme Mengen unterschiedlicher Materialien bewegt werden, und all dies geschieht auf Schienen.“
Dies sei ein Job aus der „Old Economy“ scherzt Menoncello, aber nach wie vor notwendig für große Bauwerke. Seine Tunnelbau-Expertise hat Valente die Teilnahme an Großprojekten ermöglicht, zu denen die Hochgeschwindigkeitsstrecke Turin–Lyon, der Eurotunnel, die U-Bahn Rom, die neue Eisenbahnumfahrung Florenz, der neue Abwassersammler Turin und nun die ehemals als unmöglich geltende Mission von Campolattaro gehören.