Von PRIME zu ENIM: eine neue Ära für europäische Eisenbahn Infrastrukturbetreiber
Gastbeitrag — Alain Quinet

Alain Quinet, PRIME-Industrie-Co-Vorsitzender von der SNCF Réseau. Foto: SNCF Réseau
Alain Quinet (SNCF Réseau), aktueller Industrie-Co-Vorsitzender von PRIME, stellt die Arbeit des Europäischen Netzwerks der Infrastrukturbetreiber (ENIM) vor. Die Gründungsveranstaltung findet am Mittwoch, den 23. September, auf der InnoTrans statt.
Der europäische Eisenbahnsektor steht vor einem tiefgreifenden Wandel: Im Sommer 2026 wird voraussichtlich eine neue Verordnung über die Nutzung von Eisenbahnkapazitäten verabschiedet. Diese Rechtsvorschrift soll die Art und Weise neu gestalten, wie Infrastrukturbetreiber Kapazitäten, Verkehr und Leistung EU-weit koordinieren.Vor diesem Hintergrund bereitet sich die 2013 gegründete Plattform der Eisenbahn-Infrastrukturbetreiber in Europa (PRIME), darauf vor, sich zum Europäischen Netzwerk der Infrastrukturbetreiber (ENIM) weiterzuentwickeln. In dieser neuen Konstellation – für die ich die Ehre habe, den Co-Vorsitz zu führen – wird das Netzwerk erweiterte Zuständigkeiten im Einklang mit dem künftigen Rechtsrahmen übernehmen.
Seit 2013 hat PRIME maßgeblich zur Entwicklung des europäischen Schienennetzes beigetragen. Seit über einem Jahrzehnt dient PRIME als Plattform für den Dialog zwischen den europäischen Infrastrukturbetreibern. In diesem Rahmen konnten die europäischen Infrastrukturbetreiber Benchmarks entwickeln und Fortschritte bei der Interoperabilität erzielen, was nun den Übergang zur nächsten Stufe des Kapazitätsmanagements ermöglicht. PRIME bereitet den Übergang zu ENIM derzeit aktiv vor und leitet dessen Umsetzung ein.Von PRIME zu ENIM: eine neue Ära für europäische Eisenbahn InfrastrukturbetreiberAlain Quinet (SNCF Réseau), aktueller Industrie-Co- Vorsitzender von PRIME, stellt die Arbeit des Europäischen Netzwerks der Infrastrukturbetreiber (ENIM) vor. Die Gründungsveranstaltung findet am Mittwoch, den 23. September, auf der InnoTrans statt.
ENIM wird hochrangige Vertreter von Eisenbahn-Infrastrukturbetreibern und Zuweisungsstellen entlang des TEN-V-Kern- und erweiterten Kernnetzes zusammenführen. Ziel ist es, eine Schlüsselrolle bei der Harmonisierung von Prozessen für das Kapazitätsmanagement im Schienenverkehr, das Verkehrsmanagement und die Leistungsüberprüfung einzunehmen. Zu diesem Zweck werden wir gemeinsame Regeln in Form von europäischen Rahmenwerken definieren und eine zentrale Anlaufstelle für netzübergreifende Kapazitätsrechte einrichten. Obwohl diese Rahmenwerke formal nicht rechtsverbindlich sind, kommt ihnen eine entscheidende Bedeutung bei der Angleichung der Praktiken in den nationalen Netzen spielen werden.
Obwohl die Infrastrukturbetreiber bereits seit langem bei der Zuweisung grenzüberschreitender Kapazitäten kooperieren und seit 2010 durch die Initiative ‚Rail Freight Corridors‘ unterstützt werden, wird die neue Verordnung die Zusammenarbeit erheblich intensivieren – sowohl unter den Infrastrukturbetreibern als auch mit den Eisenbahnunternehmen. Letztere bereiten zudem die Europäische Eisenbahnplattform (ERP) vor, um die Konsultationen mit ENIM und anderen Interessengruppen zu erleichtern.
Während die formelle Verabschiedung der Verordnung noch aussteht, laufen die Vorbereitungen für die Gründungsplenarsitzung des ENIM bereits auf Hochtouren. Diese wird am 23. September auf der InnoTrans in Berlin stattfinden. Im Rahmen dieser Veranstaltung werden wir nicht nur eine neue Geschäftsordnung für unser Netzwerk, sondern auch einen Entwurf für das Arbeitsprogramm für 2027 und 2028 verabschieden.Ich möchte Ihnen versichern, dass meine Kollegen sich voll und ganz für einen erfolgreichen Start von ENIM einsetzen und wir eng zusammenarbeiten, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten. Dies spiegelt sich auch im laufenden Auswahlverfahren für den ENIM-Vorsitz wider.
Die kontinuierliche Unterstützung seiner Mitglieder, Geschäftspartner und Interessengruppen wird ein zentraler Schwerpunkt des neuen Netzwerks sein. ENIM wird voraussichtlich kein ständiges Sekretariat einrichten, sondern plant, auf die Unterstützung von RailNet Europe (RNE) zurückzugreifen – einem in Wien ansässigen Verband von Infrastrukturbetreibern mit umfassender Erfahrung in der grenzüberschreitenden Koordination. Wir beabsichtigen daher, RNE auf der ENIM-Gründungs-Vollversammlung zum Netzwerkkoordinator zu ernennen.